Filmkritik: Solo – A Star Wars Story

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Han Solo gehört zu den beliebtesten Charakteren der Star Wars Saga und spielte sich mit seinem verwegenen Charme in die Herzen der Fans. Er war das raue Gegenstück zur noblen Prinzessin Leia und dem heldenhaften Luke Skywalker und doch waren die drei ein unzertrennliches Trio. Doch wie wurde Han zu dem taffen Gesetzlosen, auf den wir zum ersten Mal in Episode IV trafen? Was hat es mit dem Kessel Run auf sich und wie entstand die Freundschaft zu seinem treuen Gefährten Chewbacca?
Diese Fragen möchte Disney mit Solo – A Star Wars Story – dem zweiten Film der Anthology Reihe klären. Dafür wurden ursprünglich die beiden Regisseure Chris Miller und Phil Lord ( The Lego Movie, 21 Jump Street) verpflichtet. Diese räumten aber (angeblich auf Grund kreativer Differenzen) den Posten und überliessen diesen Oscarpreisträger Ron Howard, der bis zu 80% des Films neu drehte. Dieser Umstand und Gerüchte um nahezu kaum vorhandenes Schauspieltalent von Han Solo Darsteller Alden Ehrenreich liessen nichts Gutes erwarten und verunsicherten viele Fans. Zu Unrecht, wie sich größtenteils herausstellt. Warum erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Solo – A Star Wars Story
Regie: Ron Howard
Darsteller: Alden Ehrenreich, Emilia Clarke, Phoebe Waller-Bridge, Paul Bettany, Woody Harrelson, Joonas Suotamo

Alden Ehrenreich is Han Solo and Joonas Suotamo is Chewbacca in SOLO: A STAR WARS STORY.

Story:

Han lebt als Straßendieb auf dem Industrieplaneten Corellia und träumt davon, eines Tages mit seiner Freundin Qi´ra (Emilia Clarke) dem tristen Dasein zu entfliehen und als Pilot die Galaxie zu erkunden. Als das Schicksal die beiden trennt, schliesst sich Han dem Imperium an und trifft auf den Ganoven und Schmuggler Beckett (Woody Harrelson) und seine Crew, die einen großen Raub planen.

Kritik:

Es ist bemerkenswert wie Disney es schafft, aus Anekdoten, die ganz nebenbei erwähnt werden, eigene Filme zu erschaffen. Rogue One machte es vor und thematisierte den Diebstahl der Baupläne des Todessterns. Solo hingegen beschäftigt sich mit dem sagenumwobenen Mythos des legendären Kessel Run und zeigt auf dem Weg dorthin, wie Han Solos Leben vor den Geschehnissen der Original Trilogie war. Dieses Abenteuer ist zugleich belanglos als auch überaus unterhaltend, was sowohl der sicheren Arbeit von Hollywoodgröße Ron Howard, als auch dem sympathischen Team rund um den titelgebenden Protagonisten zu verdanken ist. Braucht es eine kurze Eingewöhnung bis man Alden Ehrenreich seinen Charakter abnimmt, so macht er seinen Job im weiteren Verlauf des Films durchaus gut und lässt teilweise das durchblitzen, was sein Vorgänger Harrisson Ford mit viel Charme manifestierte. Das Zusammenspiel mit seinem pelzigen Freund Chewbacca liefert eine tolle Harmonie und lässt Fans des ungleichen Duos in Nostalgie versinken. Zudem erschafft der neue Chewbacca Darsteller Joonas Suotamo mit seiner körperlichen Präsenz eine erfrischende Dynamik für den betagten Wookie. Auch Khaleesi Emilia Clarke vermag eine solide Schauspielleistung abzugeben, bekommt allerdings auch nicht viel zu tun.  Anders sieht es aber bei den Nebendarstellern raus. Woody Harrelson verkörpert gefühlt sich selbst, was keineswegs negativ gemeint ist und auch Paul Bettany hat sichtlich Spaß an seiner Rolle als zwielichtiger Verbrecherlord. Am meistens sticht jedoch Donald Glover heraus der mit seiner Darstellung von Lando Calrissian nahezu das gesamte Ensemble an die Wand spielt und mit einer Süffisanz den pansexuellen Schmuggler verkörpert. Dies verleiht dem Film auch eine gewisse Lockerheit, die den Zuschauer ergreift und für Lacher sorgt. Dennoch gibt es auch Szenen, die einen Eindruck vom Krieg und der dauerhaften Präsenz des Imperiums vermitteln. So finden wir uns mitten im Schützengraben wieder, in dem man den Staub fast schon schmeckt, sehen das Leid welches der Krieg über die Bewohner der Galaxie bringt und erleben die Propaganda mit der neues Kanonenfutter rekrutiert werden soll. Dies vermittelt das gute alte Star Wars Feeling, welches viele Fans nach „Die letzten Jedi“ so vermisst haben und zeigt Facetten, die bisher nur beiläufig Beachtung erfahren haben.

Alden Ehrenreich is Han Solo in SOLO: A STAR WARS STORY.

In technischer Hinsicht gibt es kaum Grund zu meckern. Die Actionszenen sind übersichtlich und sauber eingefangen, der Score von John Powell übernimmt Themen von John Williams und bietet stets die passende Untermalung zu den eingefangenen Bildern. Getrübt wird das Kinoerlebnis durch ein paar Längen im Mittelteil sowie einem Zeitsprung, der einen durchaus interessanten Aspekt auslässt und damit potenzielle Charakterzeichnung außen vor lässt. Dies wirkt sich aber nur bedingt auf das Gesamtpaket aus. Dennoch ist Solo – A Star Wars Story nur Durchschnittskost und eher an die eingefleischten Fans gerichtet, die gerne mehr World Building und zahlreiche Anspielungen an das Franchise sehen möchten. Letzteres bringt auch die ein oder andere große Überraschung mit sich, die durchaus Stoff für weitere Anthology Filme liefern könnte.

Hans Solo-Flug ist gute Unterhaltung, die auf sicher spielt und den Star Wars Kosmos mit Hintergrund und einem spannenden Abenteuer erweitert. Fans werden sich über viel gutes altes Star Wars Feeling freuen, aber kaum nennenswerte Neuerungen entdecken.

Wertung:

3 von 5

Schlagwörter A Star Wars StoryAnthologyDisneyFilmkritikHan SoloKinoReleaseReviewScience FictionStar Wars

Über: Maggie DeLuchs

Maggie ist bereits seit vielen Jahren journalistisch im Nerd-Sektor unterwegs und schreibt Filmkritiken, News zu Filmen, Serien und Actionfiguren. Zu dem moderiert Maggie den Plauderteilchen Podcast. Zu den Lieblingsthemen gehören unter anderem Star Wars, 80er Jahre Cartoons, Game of Thrones, Doctor Who sowie Nintendo Spiele.

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