Pen & Paper (P&P)  –  was ist das und wie spiele ich das.

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Entstanden Ende der 70er und richtig populär geworden in den 80ern wurden Tischrollenspiele gefühlt seit Mitte/Ende der 90er von Computerrollenspielen noch weiter in seine Nische zurück gedrängt.

In den letzten Jahren durch Youtube Lets Play‘s wie denen der Rocket Beans, StoryNightsTV und dem Urgestein Orkenspalter aus Deutschland, oder Personen wie Wil Wheaton und Vin Diesel, beziehungsweise den Serien Big Bang Theorie und Stranger Things aus dem Englischen und vielen sehr erfolgreiche Kickstarter Aktionen angefeuert, erlebt das Hobby eine kleine Renaissancen.

Obwohl man aus diesen Medien eine ungefähre Vorstellung haben kann, wie diese Art der Spiele laufen, gibt es doch entsprechend dem System große Unterschiede. Das Grundprinzip ist meist gleich:

Es gibt einen Leiter  der je nach dem verwendetem System auch „Meister“, “GM – Game Master“, “SL – Spielleiter“ oder ähnlich genannt wird. Er nimmt die Rolle aller anderen Menschen, Tiere, der Umgebung und einfach allem in der Umwelt ein. Er stellt also sowohl die Welt dar als auch eure Sinne. Wenn ihr was sehen, hören oder riechen wollt, sagt er euch was ihr wahrnehmt. Und je nach System oder Spielweise lässt er euch würfeln oder sagt es euch so, ob ihr das Gas riechen könnt, den Dieb hört der hinter euch her schleicht oder seht, ob das Schiff in weiter Entfernung eine Piratenflagge trägt.

Und es gibt natürlich die Spieler, die in die Rollen der (meist) Protagonisten schlüpfen.

Man wählt sich zusammen ein System aus, erschafft sich seinen Charakter (Char in kurz) wie es in den Anleitungen aus dem Grundregelwerk steht oder nutzt welche, die bei manchen Abenteuern mitgeliefert werden und legt los. Der Meister gibt einen mal kleineren – mal größeren Rahmen vor und dann könnt ihr machen was ihr wollt. Ihr sagt was euer Char sagt und wie er handelt und genauso passiert es. Wenn das dem was in dieser Welt normal ist widerspricht, lässt euch euer Meister Würfeln ob ihr es schafft. Wenn es nicht gelingt, klappt das was ihr versucht habt eben nicht und ihr tragt eventuelle Konsequenzen. Würfeln stellt in meinen Augen meistens eine Konfliktlösung dar, die sich verbal nicht auflösen lässt.

An Systemen gibt es praktisch nichts, was es nicht gibt. Die klassischsten sind wohl die Fantasy Settings, die Mal mehr Mal weniger monumental ausfallen. Mal mit der gesamten Riege an Rassen,  Monstern und Magie die man sich vorstellen kann – manchmal nicht so weit weg von dem was wir als Mittelalter begreifen. Weitere sehr beliebte Settings sind Sci-Fy, Steampunk, Dystopien, oder Horror die auch gerne miteinander gemischt werden.
Einige der selteneren Vertreter sind z. B.
Plüsch, Power & Plunder, bei dem man in die Rolle eines Kuscheltieres schlüpft.
Tailes of Equestria – in dem das My Little Pony Universum erlebbar wird. (man spielt die kleinen süßen Ponys!!)
7te See – in dem Piraten verkörpert werden.

Der Markt für P&P und die Art zu spielen, hat sich zuletzt sehr verändert. War man zu Anfang auf Freunde aus der unmittelbaren Umgebung und die Übersetzungen und etwas später dann die eigenen Veröffentlichungen einiger weniger Verlage angewiesen kann man heute durch das Internet sehr einfach an alles was man sich wünscht, heran kommen.

Regelwerke für jeden Geschmack – Dadurch dass man nicht mehr auf gedruckte Regelwerke angewiesen ist, sondern sich einfach ein PDF ziehen kann, sind auch die nischige Settings einfacher zu finden. Durch Kickstarterprojekt können wiederum auch experimentelle Varianten verwirklicht und gedruckt werden, weil die Verlage durch die Vorfinanzierung keine Flops fürchten müssen.

Die Spielersuche – auch hier hilft das Internet durch einfache Vernetzung, Mitspieler zu finden. Bis hin zur interessanten Variante,  Zuhause mit Personen am anderen Ende der Welt zu spielen. Hier gibt es sogar zuweilen Promis, die anbieten, dass man Runden mit ihnen spielt. Mit (meiner Meinung nach) der negativen Ausprägung, dass sie sich dafür bezahlen lassen. Hierfür gibt es mittlerweile spezielle Plattformen wie www.Roll20.net wobei man sich per Webcam sieht, Bilder, Landkarten, Schriftstücke angezeigt und sogar Geräusche und Musik eingespielt werden kann. Bis hin zum Würfeln das dort per Mausklick funktioniert. Es gibt gar vorgefertigte Abenteuer zum kaufen die (mehr oder weniger) professionell ausgearbeitet wurden.

Das für mich wichtigste bei dem ganzen ist jedoch, die Art, wie man spielt. Viele Leute sind durch Computer Rollenspiele vorgeprägt und erwarten das Erlebnis auch bei einem P&P. Als Beispiel – jemand hat Diablo gespielt und erwartet jetzt, sich durch Monsterhorden schnetzeln und Beute abzugreifen. Das ist eine der vielen möglichen Arten. Es gibt aber auch die Möglichkeit, eine politische Verschwörung auszuspielen in der Rolle eines Vampirs in den 1980ern oder einen niederen Hofbeamten 1850 an einem Königshof ohne auch nur einen Tropfen Blut zu vergießen. Oder investigativ einen Kriminalfall aufklären in dem 1930ern mit den damals vorhandenen technischen Möglichkeiten und Beschränkungen, und und und ….
Es gibt unendliche Möglichkeiten und ihr solltet euch BEVOR ihr anfangt mit euren Mitspielern und natürlich dem Meister abstimmen, in welche Richtung es gehen soll.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Erkunden eurer dunklen/fantastischen/blutigen/hinterlistigen/quietschbunten Fantasien.

 

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