Final Fantasy XV: Episoden Review

Mit der erst kürzlich erschienen Episode Ignis ist die erste Welle an Erweiterungen für Final Fantasy XV beendet. Neben der Multiplayer-Erweiterung Comrades, bestand diese aus drei Episoden, die sich um die Begleiter des Kronprinzen Noctis drehen. Wie die Entwickler bereits bestätigt haben, wird Final Fantasy noch mehr Inhalte spendiert bekommen inklusive einer Episode Ardyn und vielleicht auf eine Episode Luna. Da jetzt alle drei Episoden erschienen ist, werden wir mal einen Blick zurück werfen und sehen wie gut diese eigentlich sind.

Episode Gladiolus

Im März dieses Jahres ging Episode Gladiolus an den Start und traf auf gemischte Reaktionen. Die Kritikpunkte: Zu kurz und zu wenig Inhalt. Die Erweiterung dauerte weniger als eine Stunde und bot von der Story her weniger als gedacht.

Die Episode thematisiert die Abwesenheit Gladiolus‘ während der Mitte des Spieles. Die Story ist schnell zusammengefasst. Gladio fühlt sich schwach, weil er Noctis nicht vor Ravus beschützen konnte. Daraufhin kontaktiert er Cor, der mit ihm eine Prüfung ablegt, die ihn stärker machen soll. Die Geschichte ist maximal als „ganz nett“ zu beschreiben. Der Fokus liegt hier eindeutig auf der Atmosphäre und dem Gameplay. Gladiolus geht im Kampf etwas brachialer vor als Noctis, da eher mit dem Großschwert kämpft. Hier gibt es also weniger Strategie und mehr von der „einfach draufhauen“-Art. Trotz fehlender Tiefe macht es Spaß mit Gladiolus zu spielen und wortwörtlich Gegner mit Säulen zu verhauen, die man aus dem Boden gerissen hat.

Atmosphärisch ist die Zusatzepisode sehr dich, jedoch nicht mit der eigenen. Denn die Episode wirkt mehr wie ein Dark Souls, als wie Final Fantasy XV. Die schlauchigen und linearen Level könnten glatt aus Dark Souls kommen, wirken jedoch etwas fehl am Platz.

Episode Gladiolus ist nicht zwingen schlecht, aber sie ist auch nicht gut. Sie besitzt eindeutig einen Mehrwert, auch wenn sie die schwächste der drei Episoden ist.

Episode Prompto

Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht glaubt, ist Prompto ein viel tieferer Charakter als man denken mag. Anfänglich der Sunny Boy, der immer einen witzigen Spruch auf den Lippen und die Kamera in der Hand hat, zeigt sich im Verlauf des Spieles als etwas anderes da. Einsam, gebrochen, unsicher. Neben der zweiten Episode des Animes Brotherhood, die sich mit seiner traurigen, fast tragischen, Vergangenheit befasst, wird auch im Spiel gezeigt, dass er viel mehr Tiefe und Seiten hat, als man erahnen kann.

Thematisch ist Episode Prompto nach den Ereignissen von Kapitel elf angesiedelt. Prompto kämpft sich einsam durch die eisige Tundra auf dem Weg nach Gralea, wo er seine Freunde erwartet wiederzusehen. Die Entwickler haben sich die Kritik d der ersten Episode angenommen und die zweite dahingehend verbessert, was sich auch deutlich zeigt.

Alleine schon der Einstieg baut eine unglaubliche Atmosphäre auf. Prompto läuft, ohne eine Aussicht auf Rettung, durch eine Eiswüste bis er zusammenbricht. Als er zu sich kommt, erwacht er in einer Basis des Nifelheim Imperiums. Hier erfährt er über seine Wahre Herkunft und muss gegen seinen schlimmsten Feind antreten: Ihn selbst. Neben der Rückkehr eines Fan-Favorites, spielt auch noch ein Charakter eine Rolle, der für verloren geglaubt schien. Bei besagtem Charakter handelt es sich um einen Wissenschaftler des Imperiums, der in frühen Trailern für das Spiel erschien, jedoch nicht im Hauptspiel erschien. Die Story von Episode Prompto ist nicht nur dessen Stärke, sondern auch sehr gut. Sie packt einem emotional und bietet einige Magic Moments. Auch wenn sie nicht mit solchen brachialen Momenten wie Episode Ignis aufkommt, ist dieser Minimalismus das besondere an dieser Episode, da sie sich so mehr auf die Geschichte und die Charaktere konzentriert.

Wie früh im Hauptspiel bekannt wird, benutzt Prompto Schusswaffen. Somit ist das auch die Spielmechanik dieser Episode. Statt eines Action-RPGs, habt Ihr es hier mit einem Third Person Shooter zu tun. Neben seiner bekannten Pistole (und einem Schwert), werdet Ihr hier auch Hand an Shotguns, Maschinengewehre, Sniper und Raketenwerfer legen dürfen. Der Raketenwerfer verdient hier besondere Erwähnung, da er sich einfach richtig anfühlt. In vielen Spielen kann man einem Gegner aus zwei Metern Entfernung mit einer Rakete direkt in den Kopf schießen und sie stehen da, als ob nichts geschehen ist. Nicht hier. Hier fühlt sich der Raketenwerfer einfach befriedigend an. Impact, Explosion, Schaden. Es stimmt einfach. Die Tastenbelegung ist anfangs etwas ungewohnt, da die Schusstaste auf den oberen Schultertasten (R1 und L1) gelegt ist und sich etwas ungewohnt anfühlt. Diese ist im Hauptspiel auch erhalten. Die Cerberus (eine Anspielung an Vincent aus Final Fantasy VII) erlaubt es Noctis in der Third- oder First Person zu spielen. Eine Waffe, die besondere Erwähnung verdient hat, da sie eine neue Spielmechanik in das Spiel bringt.

Das Gebiet dieser Episode ist deutlich größer. Sobald ihr die Basis verlassen habt, öffnet sich das große und verschneite Gebiet, indem Ihr euch befindet. Diese bietet einiges zum Erkunden und Sidequests. Diese sind zwar eher darauf aus einige Monster zu erlegen, aber wer die Sidequests im Hauptspiel erledigt hat weiß, dass man nicht viel erwarten darf. Trotzdem überraschen diese hier und bieten einige Herausforderungen.

Episode Prompto ist die beste der drei Episoden. Die packende und emotionale Geschichte ist großartig inszeniert, ein tolles Gebiet zum Erkunden (inklusive Schneemobil) und eine neue Spielmechanik, die Spaß macht, aber auch funktioniert.

Episode Ignis

Der Abschluss der drei Episoden ist Episode Ignis. Die Ereignisse dieser Episode finden während des Kampfes in Altissia statt. Man übernimmt die Kontrolle über Ignis, nachdem Noctis nach seinem Kampf gegen Leviathan zusammenbricht. Seine Geschichte zeigt seine Entschlossenheit, Disziplin, Hingabe und Liebe für Noctis, indem er ohne zu zögern sein Leben riskieren würde um ihn zu retten. Um das zu erreichen, schließt er sich mit Ravus zusammen, Lunas Bruder und ein hohes Tier im Imperium. Diese Episode bringt mehr dieser beiden Charaktere zum Vorschein. Ravus bekommt mehr Charakter (welcher im Hauptspiel und Film nicht ausreichend gezeigt wurde) und Ignis darf endlich mal in den Mittelpunkt rücken. Hier wird nicht nur die „eine bestimmte Sache“ geklärt (auf welche aus zu großen Spoiler-Gründen nicht eingegangen wird), auch noch das erste Aufeinandertreffen von Noctis und Ignis, und eine bestimmte Szene gegen Ende des Spieles wird gezeigt. Wie man es von Final Fantasy XV erwartet, sind diese hochemotional, füllen aber auch Lücken die das Hauptspiel nicht gefüllt hat. Eine Neuerung bringt diese Episode aber mit sich. Episode Ignis besitzt alternative Enden und animiert zu erneuten Spielgängen. Hierfür ist aber nur ein Ende offizieller Teil der Geschichte.

Ignis‘ Kampfstil ist schnell und präzise. Natürlich kämpft er auch hier mit seinen Dolchen, doch es gibt einen besonderen Kniff hierbei, der viel taktische Tiefe mit sich bringt. Seine Dolche können mit Elementarmagie versetzt werden, welche für verschiedene Situationen geeignet werden. Das Spielgebiet (Altissa) wird durch die Greifhaken-Mechanik viel mehr geöffnet. Ich konnte auf Dächer und höher gelegene Orte gelangen, die so im Hauptspiel nicht erreichbar waren. Das bringt neben viel Spaß, auch die Motivation zum Erkunden mit sich. Zum Glück bietet Altissia genug Möglichkeiten dazu. Hinzu kommen noch Gebietskämpfe, in denen ihr einzelne Gebiete von imperialen Einheiten bereinigt werden müssen. Musikalisch ist Episode Ignis die beste der drei Episoden. Diese Episode besitzt wie auch die anderen mehrere neue Soundtracks, doch Episode Ignis bringt am meisten das Gefühl rüber, für das Final Fantasy bekannt ist: einen großartigen Soundtrack.

Episode Ignis ist eine verdiente Erweiterung für Final Fantasy XV. Sie bringt Antworten auf Fragen, welche seit Ewigkeiten beantwortet werden wollen. Gamplaytechnisch bietet sie viel Neues und der Soundtrack ist über jeden Zweifel erhaben. Sie kommt nicht ganz an Episode Prompto ran, jedoch ist sie es eindeutig wert (mehrmals) gespielt zu werden.

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