Sechs ungewöhnliche Spielmechaniken, die aber funktionieren

Spielegenres werden immer mehr zu Schmelzpegeln. Die Spiele verlieren immer mehr an eigenem Charakter und Merkmalen, und werden auf der Gameplayebene immer ähnlicher. Rollenspiele werden immer mehr Action-RPGs die sich alle gleich spielen. Bei First Person Shootern liegt der Unterschied in den Nuancen. Die Grenze bei Adventures ist mittlerweile nahtlos mit dem Actiongenre verschwommen. Doch es gibt noch Spiele die durch ihre Gameplay auffallen und herausstechen. Hier sind fünf davon.

  1. Valkyria Chronicles

Als Valkyria Chronicles für die PS3 erschien wurde es von Kritikern gefeiert, jedoch nicht von Spielern gekauft. Erst als es einige Jahre später für den PC erschien wurde es zu Erfolg. Die Spieler haben gesehen was sich hinter diesem Titel verbirgt. Das Gameplay lässt sich am besten als Mix aus X-COM und Gears of War beschreiben. Rundenbasierte Strategie und Deckungsshooter. Innerhalb des alternativen Kriegssettings spielt ihr Squad 7, eine Gruppe aus verschiedenen Soldatenklassen. Auf euren Einsätzen stellt ihr euch aus den Klassen und Charakteren erst eure Party zusammen, die Ihr auf das Feld schickt. Hier muss gut gewählt werden. Nicht nur erfordert jede Map, sondern jeder Gegnertyp eine gute Auswahl an eurem Trupp. Sobald euer Charakter dran ist, könnt Ihr diesen nur so lange bewegen wie Ihr Energie habt. Währenddessen können euch gegnerische Charaktere abschießen, weswegen eine gute Deckung wichtig ist. Seid Ihr an einer geeigneten Position angekommen könnt Ihr entweder warten oder selbst schießen, was hier aus der Statik positioniert geschieht, jedoch präzise gezielt wird. Im Grunde heißt das: Lauft in Deckung und dann wie im Railgun-Shooter ein Ziel aussuchen. Was anfangs ungewohnt klingt, entpuppt sich schnell als tiefes und spaßiges Gameplay. Zusammen mit der Präsentation des Artstyles als bewegende Skizze und der Story, hat man mehr als genug Gründe Valkyira Chronicles zu spielen.

  1. Suikoden 2

Der älteste Titel auf dieser Liste, aber auch einer der besten und vielseitigsten. So muss man beim Gameplay erst mal zwei Sachen unterscheiden: das Kampfsystem und die Minigames. Das Kampfsystem muss auch noch mal unterteilt werden, denn es gibt drei verschiedene davon. Das erste und häufigste ist das normale Kampfsystem indem Ihr sechs gegen sechs in Kämpfen antretet. Hier kommt auch eine besondere Differenzierung zu Einsatz. Mit normalen Zufallsbegegnungen werdet Ihr zwar oft konfrontiert, allerdings sind sie sehr schnell und kurzweilig, größtenteils dank der Auto-Funktion. Erst bei Bosskämpfen kommt die Tiefe des Kampfsystems zum Vorschein. Das rundenbasierte Kampfsystem in Verbindung mit den vielen verschiedenen Charakteren erlaubt eine Individualisierung der eigenen Party, wie sie bei wenigen Spielen zu finden ist. Trotz der Tatsache, dass man in Suikoden 2 108 Charaktere (die Stars of Destiny) rekrutieren kann, sind nicht alle für den Kampf einsetzbar.

Die anderen beiden Kampfsysteme sind stark mit der Narration verbunden. Die Geschichte von Suikoden 2 handelt auch um politische Konflikte, Intrigen und Krieg. Diese werden jedoch in einer besonderen Art angegangen und zwar in strategischen Kämpfen. Diese Army Battles finden auf der Map statt und jeder Partei steht eine bestimmte Anzahl an Mitgliedern zur Verfügung. Jedes Mitglied verändert die Fähigkeiten der Einheit. So kann diese weitere Distanzen zurücklegen, heilen oder Feuerspeere nutzen.

Das dritte Kampfsystem ist auch gleichzeitig das simpelste. Dieses ist ein rundenbasiertes Beat ‘em Up. Jedoch erfüllt es eine besondere Funktion. Dieses System ersetzt bestimmte Cutscenes und macht sie so mehr wertvoller. Egal wie gut eine Cutscene inszeniert ist, man würde sie doch lieber selber gespielt haben. Genau das ist der Zweck dieser Kämpfe. Ihr bekommt keine Sequenz, sondern bestimmt hier selber den Verlauf und versetzt euch wieder in die Position des Spielers und nicht des Zuschauers.

Neben den Kampfsystemen besitzt Suikoden 2 mehrere Minigames. Neben Würfelspiele, Seilklettern oder Wettkochen gibt es auch noch viele andere, die Ihr über die rekrutierten Stars of Destiny erhaltet und neben der Story in eurem eigenen (von einem Vampir zurückeroberten) Schloss spielen könnt.

  1. Rèpublique

Der Stealth-Hacker-Mix Rèpublique mischt Bekanntes mit Neuem und Altem. Die Hackerthematik war zum Release noch nicht so präsent wie heute in Games, doch die Inspiration der Story gab es schon länger. Die Geschichte des Spieles basiert George Orwells Buch 1984. Die Big Brother-Thematik ist der Grund für den Ausbruchsversuch von Hope, die von euch dabei unterstützt wird. Während sie sie alle Handlungen vor Ort ausführt, unterstützt Ihr sie mit euren Hacking Skills. Der Kniff an der Sache: Euer Blick ins Geschehen ist statisch über die in den Räumen angebrachten Kameras. Somit seid Ihr sowohl Protagonistin, als auch Nebendarsteller des Spieles. Neben dem Hacken von Kameras, werden auch noch allerhand anderer Geräte Gehackt um den Ausbruch zu ermöglichen. Trotz der Minimalistik des Spieles, schafft es einem durch die Mischung aus Narrative und Gameplay in den Bann zu ziehen.

3. Tearaway

Man nehme einen Plattformer, gebe ihm einen der besten Artstyles die es gibt und verbaut noch unzählige Interaktionsmöglichkeiten mit ein, schon hat man Tearaway. Das Besondere an diesem Spiel ist zum einen der bereits erwähnte Look, denn alles ist aus Papier. Der Charakter, die Wiesen, Berge, der Himmel, selbst das Wasser. Doch hier heißt es nicht Style over Substance. Sowohl in der Ursprungsversion für die Vita, als auch für die PS4, welche den Beinamen Unfolded trägt, besitzt ihr eine Vielzahl an Möglichkeiten die Welt um euch zu verändern und einzugreifen. So müsst ihr Brücken bauen oder schleudert euren Charakter über Abgründe indem Ihr selbst in die Welt eingreift. Doch dabei bleibt es nicht. Immer wieder bietet sich die Möglichkeit das Aussehen der Welt zu beeinflussen. Die wohl bekannteste Stelle ist als man zum Galgenhügel kommt. Ein NPC bittet euch neue Schneeflocken zu gestalten. Was sich nach einem Scherz anhört, ist in Wahrheit so gemeint. Es wird daraufhin euren Entwurf vom Himmel schneien. Und solche Möglichkeiten bietet Tearaway zu genüge.

  1. Persona 5

Ein Mix aus Dugeon Crawler und Schulleben-Simulation? Ja und wie gut das funktioniert zeigt die Persona-Reihe seit Jahren. Die erste Hälfte des Tages verbringt Ihr in der Schule oder unternehmt ganz normale Aktivitäten. In der Nacht allerdings reist Ihr ins Unterbewusstsein von Kriminellen. Statt nur eines schwarzen Raums, haben diese die Form eines Palastes, welcher die Person des Kriminellen repräsentiert. Allein seid Ihr deswegen noch lange nicht. Neben der Schattenversion des Wirts, befinden sich noch die sogenannten Persona in den Palästen. Rekrutierbare oder zu bekämpfende Dämonen. Statt sie wie in Pokèmon zu schwächen, werden sie hier auf eine andere Art rekrutiert. Zuerst muss ihre Schwäche genutzt werden um sie zu überreden. Ja, Ihr müsst sie mit Worten dazu bringen in Eure Party zu kommen. Das funktioniert nicht immer, sondern kann auch ins Gegenteil umschlagen und sie aggressiver machen. Ein Mal in Eurer Party kann man sie trainieren, für Erfahrungspunkte und Talente opfern oder fusionieren. Zwei Persona können frei nach Belieben fusioniert werden (via Guillotine), mehrere Folgen strikten Vorgaben. Diese einzelnen Elemente funktionieren nicht nur alleine, sondern greifen auch grandios ineinander.

  1. Gravity Rush 2

Die Mechanik in jede beliebige Richtung zu verändern, war für Gravity Rush revolutionär. Es öffnete die Welt und machte sie quasi grenzenlos. Was als Basis gut funktionierte, wurde in Gravity Rush 2 erweitert. Zwei weitere Modi, welche sich unterschiedlich spielen und steuern, geben eine neue Spielerfahrung, die so in keinem anderen Spiel geboten wurde. Wer mehr zu Gravity Rush 2 lesen will, kann das in unserem Artikel zu Gravity Rush 2 gerne tun.

Schlagwörter Gravity Rush 2ListePersona 5RèpubliqueSpielmechanikenSuikoden 2TearawayValkyria Chronicles

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