Revisited: Wild ARMs

Die heutige Konsolengeneration ist ein Wettkampf. Wer hat die bessere Grafik, wer hat die größere Open World, wer bietet mehr Content. Doch früher war es anders. Genauer gesagt in der zweiten Hälfte der 90er. Die Playstation One-Games hatten damals noch mehr Alleinstellungsmerkmale. Ein anfänglich ungewöhnlicher, jetzt jedoch als Kultklassiker geltender Titel ist Wild ARMs. Es verband 1996 neues mit altem, bekanntes mit ungewöhnlichem, aber vor allem zwei Settings die man so nicht miteinander verbinden würde.

 

Wild ARMs fängt schon mit einer ungewöhnlichen Prämisse an: Ihr fangt am Ende an. Sobald ihr das Spiel beginnt, ist der Planet Filgaia schon am sterben. Der Großteil der Geschichte ist bereits geschehen. Doch wie wollt Ihr sie dann retten? Eigentlich gar nicht. Ihr spielt zu Beginn des Spieles drei verschiedene Charaktere und ihre jeweilige Geschichte. Der Dream Chaser Rudy, den Treasure Hunter Jack und die Prinzessin Cecilia. Ihr spielt ihre jeweilige Geschichte, bis sie an einem Punkt zusammentreffen und von da an als eine Party weiterziehen.

Filgaia ist ein faszinierender Schauplatz. Wie man vielleicht denken kann handelt es sich bei diesem Rollenspiel um ein postapokalyptisches Abenteuer. Dem ist jedoch nicht so. Wild ARMs mischt Rollenspiel mit Endzeit und vor allem Western. Cowboy-Siedlungen, Ureinwohner, Schusswaffen und Schatzsuchen. Das Look and Feel verrät neben dem Setting auch eine Inspiration der Entwickler. So spielt sich Wild ARMs wie ein The Legend of Zelda: A Link to the Past, nur mit rundenbasierten Kämpfen. Angefangen beim Dash, über die (fast gleichen) Werkzeugen die man findet um Rätsel in den Dungeons zu lösen, bis hin zur Link-Puppe in Cecilia‘s Schlafzimmer. Dennoch besitzt das Spiel genug eigenen Charakter um ein erinnerungswürdiges Abenteuer zu sein.

So ist die Story von Wild ARMs … interessant. Nachdem die Party zusammengefunden hat lösen sie die Zerstörung eines Königreiches aus. Daraufhin begeben sie sich auf die Reise die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen: die Dämonen. Auf Filgaia lebten einst drei Rassen: die Menschen, die Elfen und die Dämonen. Während die Elfen nach dem großen Krieg, welcher dazu führte, dass Filgaia nun in diesem Zustand ist, weg ging, lebten die Menschen weiter und warten auf das Unausweichliche. Die Dämonen galten als ausgelöscht, bis zu eben jenen Tag. Zu dritt geht Ihr auf die Reise sie endgültig zu besiegen. Jeder Charakter aus einem anderen Grund getrieben. Und a kommen auch schon die ersten Makel der Story auf. So wirkt es für den Großteil der Story so als sei es die Geschichte von Jack und Cecilia, aber Rudy ist auch noch da. Er ist der typisch stille Charakter, der nur selten redet und deswegen oft in den Hintergrund fällt. Hinzu kommt noch, dass euch das Spiel oft nicht sagt wo Ihr hin müsst und so entweder planlos durch die Welt irrt oder im Internet nachschaut. Die beraubt dem Spiel einer stringenten Geschichte und lässt sie teil lückenhaft anfühlen. Doch sieht man einmal darüber hinweg erhält man eine Geschichte voller Emotionen, Wendungen und Überraschungen.

Ein Alleinstellungsmerkmal von Wild ARMs ist dessen Kampfsystem. Wie bereits erwähnt ist es rundenbasiert, jedoch hat es einige Kniffe parat. So besitzt jeder Charakter eine eigene Klasse. Cecilia ist eine Magierin, Jack der Schwertkämpfer und Rudy benutzt seine Schusswaffen (zu englisch Arms). Neben den obligatorischen Werten wie HP und MP kommt hier auch noch die Force dazu. Diese steigt während des Kämpfens und erlaubt es charakterspezifische Skills zu benutzen. Diese erlernt jeder auf eine andere Art. Jack über Hinweise die er sammelt, Rudy findet neue Waffen, welche er modifizieren und verbessern kann und Cecilia bekommt neue Zauber über das Binden von Magie. Das Binden von Magie erfolgt so, dass Ihr bei einem Zauberer euch zwei Elemente aussucht und das ergibt einen neuen Zauber. Alleine die Anzahl der normalen Zauber, welche aus Weiß- und Schwarzmagie bestehen, liegt bei 32. Im Spiel sind jedoch weit mehrere zu finden. Neben den Skills gibt es auch noch die Guardians, welche im Spiel als Beschwörung fungieren, aber auch eine wichtige Rolle in der Story und den Kämpfen haben. Dazu habe ihr auch genügend Möglichkeiten, denn die Encounter rate in Wild ARMs ist enorm, wenn nicht sogar lästig hoch. Spätere Teile der Serie besitzen zwar eine Funktion die Zufallsbegegnungen zu unterbrechen, doch im ersten Teil muss man sie entweder bekämpfen oder vor ihnen fliehen.

Für ein PSOne Game sieht Wild ARMs heute noch gut aus, aber irgendwie auch nicht. Wie beim Setting ist auch der Grafikstil ein Mix. So findet der Großteil des Spieles in de zweiten Dimension statt, während die Kämpfe in die dritte Dimension wechseln. Diese besitzen wie für die Zeit und die Konsole üblich einen frühen 32 Bit-Look, welcher nicht ganz so gut gealtert ist wie der 2D-Look. Für die animierten Modelle muss man immer etwas Fantasie mitspielen lassen um sich etwas vorstellen zu können. Auch wenn die Grafik heute nicht mehr mithalten kann, gibt es eine Sache die das kann.

Der Soundtrack von Wild ARMs ist mit einer besten Aspekte des Spieles. Er vermittelt nicht nur Emotion, sondern ein gesamtes Setting. Das Theme der Oberwelt ragt hier am meisten heraus und das Intro sollte jeder mal gesehen haben.

Wild Arms intro

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Neben mehreren Sequel, Spin Offs und sogar einem Anime, erhielt das erste Wild ARMs ein Remake für die PS2 mit dem Beinamen Alter F. Die ersten beiden Teile sind über das PSN erhältlich, wenn auch nicht beide auf allen Plattformen bei uns, Teil 3 ist als PS2 to PS4-Titel für die Playstation 4 erhältlich.

Wild ARMs ist ein besonderes Rollenspiel. Neben dem Mix auf verschiedenen Ebenen bietet es eine tolle Geschichte und macht (was am aller wichtigsten ist) Spaß. Auch wenn es in den Kämpfen nicht das schönste Spiel ist, lohnt es sich auch heute noch zu spielen.

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