Revisited: Chrono Trigger

Die 90er Jahre veränderten die Spielewelt auf mehreren Ebenen nachhaltig. Innerhalb dieses Jahrzehnts sind rund ein halbes Dutzend Spielekonsolen erschienen und unzählige Spiele. Diejenigen welche nicht nur in den Gedanken der Spieler blieben, sondern auch noch den Test der Zeit bestanden haben, sind die Rollenspiele. Innerhalb der 90er Jahre erschienen viele Rollenspiele, welche heute den Status der Kultklassiker haben. Wir werden uns jetzt eines dieser Rollenspiele anschauen, welches von vielen Kennern als eines der besten Rollenspiele aller Zeiten bezeichnet wird. Die Rede ist von Chrono Trigger.

Allein schon die Produktionsgeschichte von Chrono Trigger hört sich an wie ein wahr gewordener Traum. Die damals noch konkurrierenden Firmen Square (die Macher der Final Fantasy-Serie) und Enix (die Macher der Dragon Quest-Serie) arbeiteten für ein Projekt zusammen. Die Verantwortlichen hinter Chrono Trigger waren der Final Fantasy-Schöpfer Hironobu Sakaguchi, Dragon Quest-Schöpfer Yuji Horii, der Macher der des Dragon Ball Animes Akira Toriyama und Final Fantasy.Komponist Nobou Uematsu. Hinzu kommt noch ein Designer, welcher erst ein paar Jahre später zu größerem Erfolg kam und heute zu den größten Namen der japanischen Spieleindustrie gehört: Tesuya Nomura. Heutzutage am besten für seine Arbeit an der Final Fantasy-Serie, besonders Teil Sieben (Original und Remake), und der Kingdom Hearts-Serie bekannt, war für Chrono Trigger noch als Field Graphic Designer tätig. Obwohl die Zeichen gut standen für Chrono Trigger, war ein Faktor nie vergessen: Der Vergleich. Nur ein Jahr zuvor erschien Square’s Final Fantasy VI, welches in den USA als Final Fantasy III bekannt war. Chrono Trigger musste sich also mit dem bis dato besten Rollenspiel messen und behaupten.

Der wichtigste Teil eines Rollenspiels ist immer die Story. Chrono Trigger’s Story umfasst nicht wie üblich die Rettung einer Prinzessin oder eines Landes. Dieses Rollenspiel wurde mit der Prämisse des Zeitreisens geschrieben.

Zu Beginn noch im Jahre 1000 A.D. spielt Ihr als Crono, welcher zusammen mit der neu kennengelernten Marle seine Freundin Lucca auf einem großen Festival besuchen will. Lucca’s Erfindung, eine Teleportionsmaschine, schlägt fehl. Aus der Teleportation wird eine Zeitreise. Genau hier liegt der besondere Kniff in der Narrative von Chrono Trigger. Es gibt zwar eine Welt, diese existiert jedoch in mehreren Zeitebenen. So gibt es neben der Gegenwart, das Mittelalter, die Steinzeit, die Postapokalypse und das dunkle Zeitalter. Die Postapokalypse spielt hier eine wichtige Rolle, denn das Ziel eurer Party ist es diese zu verhindern. Im Jahr 1999 A.D. ist die Welt schon am Boden und es gilt nicht nur ihre endgültige Zerstörung zu verhindern, sondern auch ihren Initialen Untergang. Diese Aufgabe führt euch durch die ganzen Zeitebenen, in welchen ihr eigenständige Geschichten erlebt. Diese erzählen eine eigene Geschichte, tragen jedoch auch zum Gesamtbild bei. Wie es bei Zeitreisen üblich ist beeinflussen Eure Aktionen in der Vergangenheit die Zukunft.

Die Geschichte ist dual angetrieben. Denn die Auslöser für bestimmte Punkte in der Geschichte sind gewisse Ereignisse, angetrieben und weitergeführt wird die Story jedoch von den Charakteren. Hier findet auch der erste Vergleich mit Final Fantasy VI statt. Final Fantasy VI besitzt insgesamt 14 spielbare Charaktere, wovon einige als Protagonisten fungieren, andere als Nebencharaktere und der Rest nur als Kampfmitglieder. Charaktere wie Terra, Sabin oder Celes besitzen eine ausgiebige Hintergrundgeschichte und ausgearbeiteten Charakter. Andere wiederum wirken mehr wie Statisten. Chrono Trigger besitzt nur sieben Charaktere, welche aber gut ausgearbeitet sind. Jede der Charaktere besitzt eigene Beweggründe und Perspektiven. So gibt es neben den „normalen“ Charakteren, ein paar Ungewöhnliche. Zu eurer Party stoßen ein Ritter in Froschform, ein Roboter mit ausgearbeiteter Persönlichkeit und eine prähistorische Kriegerin. Neben ihrer eigenen Vorgeschichte, besitzen sie alle auch noch eigene Quest, wo auch einer der wenigen Kritikpunkte von Chrono Trigger liegt: Die Austauschbarkeit der Charaktere. Jeder Charakter besitzt eine Quest die seine oder ihre Geschichte erzählt. Da eure Party aus drei Mitgliedern besteht könnt ihr also noch zwei weitere mitnehmen. Die anderen zwei kommentieren hin und wieder die Szenerie, jedoch nicht ohne euch den Gedanken zu geben, dass nichts was sie sagen was sie sagen wirklich Einfluss haben wird. So würde es narrativ keinen Unterschied machen welchen Charakter ihr mitnehmen würdet. Jedoch liegt der Schwerpunkt der Quests auch jeweils auf einen bestimmten Charakter. Da Zeitreisen die Hauptprämisse des Spieles sind, verändern diese Sidequest auch die Zukunft. Einige verändern sogar den Ausgang des Spieles. Chrono Trigger besitzt mehr als zehn Enden, darunter das obligatorische gute und böse Ende, aber auch das besondere Entwickler-Ende. In diesem könnt ihr alle Entwickler des Spieles als Charaktere antreffen und mit ihnen reden.

Die zwei großen Komponenten eines Rollenspiels sind die Story und das Gameplay. Während Final Fantasy VI auf individuelle Gamplayelemente für jeden Charakter setzte, ging Chrono Trigger in eine eigene Richtung. Das Kampfsystem aus Chrono Trigger beinhaltete vor allem keine Zufallsbegegnungen mehr. Gegner wurde gleich angezeigt und es wurde nahtlos in den Kampfbildschirm gewechselt. Bisherige Kämpfe in Rollenspielen setzten auf eine feste Position der Charaktere und Gegner. Chrono Trigger hingegen ordnete diese dynamisch an, was auch auf den Kampf Einfluss hatte. Jeder Charakter hat sogenannte Techs. Jeder Charakter besitzt individuelle Techs, welche ihren Schaden positionsbasierend verteilen. So kann ein einzelner Gegner, ein bestimmter Radius oder das gesamte Feld angreifen. Das tun Eure Charaktere aber nicht nur einzeln, den die Techs können kombiniert werden. Chronos Cyclone-Angriff, in welchem er sich mit seinem Schwert um die Gegner wirbelt, kombiniert mit Lucca’s Feuerstrahl erzeugt einen Feuersturm der einen größeren Radius und Schaden erreicht als ein einzelner Angriff. Ein wichtiger Faktor für das Gesamtbild eines Rollenspiels ist die Anzahl der Kämpfe. Frühe Final Fantasy-Spiele haben den Spieler mit Zufallsbegegnungen quasi überschüttet, während Chrono Trigger die Formel an den richtigen Stellen angepasst hat. Die Anzahl an Kämpfen ist überschaubar und angenehm, so dass man sich nicht genervt fühlt sobald wieder der Bildschirm aufblinkt.

Nach mehr als 20 Jahren erhielt Chrono Trigger mehre Re-Release. Nach dem Release auf dem SNES in Jahre 1995 erhielt das Spiel eine neue Version für die PSX, in Japan 1999 und in Nordamerika 2001. Die amerikanische Version wurde zusammen mit einer Version von Final Fantasy IV in einem Bundle namens Final Fantasy Chronicles verkauft. Neben ein paar kleineren Aspekten, welche ausgebessert wurde, erhielt das Spiel Cutscenes im Anime-Style, welche eindeutig den Zeichenstil von Dragonball-Schöpfer Akira Toriyama zeigen. 2008 erschien es für den Nintendo DS. Seit 2011 ist der Titel auch für IOS, Android und Virtual Console erhältlich. Obwohl Chrono Trigger zu einem der größten und besten Titel auf dem SNES zählt, war das Spiel nicht auf dem SNES Classic Mini drauf, was auch zu Unmut in der Fangemeinde führte.

Neben mehreren Neuveröffentlichungen erhielt Chrono Trigger 19999 eine Fortsetzung namens Chrono Cross. Diese führt die Geschichte jedoch nicht weiter, sondern erzählt eine eigene die nur wenig Referenzen zu Chrono Trigger aufweist. Chrono Cross basiert auf dem Konzept der parallel Universen. Ihr Spiel dabei als Serge, welcher in einer dieser Universen er als Kind starb. Neben ihm stehen euch mehr als 40 weitere Charaktere zur Seite um die frozen Flame zu finden.

Chrono Trigger hat nicht nur den Test der Zeit bestanden und lässt sich heut noch gut spielen, sondern braucht sich auch nicht vor den Rollenspielen von heute zu verstecken. Es gibt viele Spiele die damals als gut galten, heute jedoch viel an Reiz und Qualität verloren haben, das beste Beispiel sind die ersten beiden Final Fantasy-Teile. Chrono Trigger bietet auch heute noch eine großartige Rollenspielerfahrung, welche sich wunderbar spielt und eine Geschichte erzählt dem Spiel wahrlich den Titel eines Rollenspiels verleiht. Viele große Namen der Gaming-Branche haben Chrono Trigger ganz weit oben in ihrer Liste der besten Spiele. So unter anderem Gregor Kartios von Rocketbeans TV und Greg’s RPG HeaveN, welcher Chrono Trigger als bestes Rollenspiel aller Zeiten bezeichnet.

Schlagwörter Chrono TriggerDragon QuestDragonballFinal FantasyFinal Fantasy VIRevisitedSNESSquare EnixSquaresoft

Das könnte dir auch gefallen

0 thoughts on “Revisited: Chrono Trigger”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Letzte Forenbeiträge

%d Bloggern gefällt das: