Vorgestellt: Das Star Wars X-Wing Grundspiel

Wer nach Star Wars auf der Kinoleinwand das Verlangen nach mehr hat, bekommt neben Videospielen, Actionfiguren, Comics und Romanen auch die Möglichkeit, epische Schlachten als Tabletop Spiele zu erleben. Unter anderem geht dies mit dem X-Wing Miniaturenspiel von Fantasy Flight Games, welches hierzulande von Asmodee vertrieben wird. Dieses Spiel möchten wir euch heute etwas näher vorstellen.

Das X-Wing Miniaturen Spiel vereint für mich zwei Vorlieben. Zum einen spiele ich seit jeher gerne Tabletop Spiele, wie beispielsweise Warhammer 40K, zum anderen bin ich leidenschaftlicher Star Wars Fan. Also gute Voraussetzung, welche von meiner Seite erfüllt werden. Jedoch lag das Grundspiel eine (viel zu) lange Zeit unberührt in unserem Spieleschrank, wie ich zu meiner Schande gestehen muss. Durch mangelnde Zeit Modelle zu bemalen und den gewissen Preisfaktor hielt ich mich lange Zeit davon ab meiner Lust nach einem Tabletop nachzukommen. Diese Faktoren rücken bei X-Wing durchaus in den Hintergrund, denn die detailreichen Modelle sind bereits bemalt und zusammengebaut, zu dem kann man mit einem Budget von 100€ schon eine turnierfähige Schwadron zusammenstellen.

Als Einstieg in das Spiel empfiehlt sich der Kauf der Grundbox, denn hier bekommt man zum günstigen Preis drei Modelle, Marker, Bewegungsschablonen, Würfel, Spielkarten sowie die Regeln. Die Grundbox ist außerdem in zwei Varianten erhältlich, mit Raumschiffen aus der originalen Trilogie (1 X-Wing, 2 Tie-Fighter) oder deren Äquivalente aus The Force Awakens. Die Unterschiede sind für den Einstieg nur marginal und in erster Linie zählt die persönliche Vorliebe. Prinzipiell kann man aber auch nichts damit falsch machen, sich im Laufe der Zeit beide Grundboxen zu zulegen.

Ich habe mich damals für die Grundbox mit Originaltrilogie Thematik entschieden und werde mich in diesem Artikel auch auf diese beziehen.

Luke Skywalker wird von zwei Tie-Fightern verfolgt

Inhalt der Grundbox:

  • Regelheft
  • 1 Schnellstart-Regelheft
  • 3 bemalte Plastikschiffe
  • 2 TIE-Fighter
  • 1 X-Wing
  • 3 Durchsichtige Plastikbasen
  • 6 Durchsichtige Haltestäbchen aus Plastik
  • 8 Schiffsmarker (doppelseitig bedruckt)
  • 11 Manöverschablonen, bestehend aus:
  • 3 Wendemanövern
  • 3 Drehmanövern
  • 5 Geraden/Koiogran-Wenden
  • 3 Manöverräder (jeweils bestehend aus einer Deckscheibe, einem Ziffernblatt und einer zweiteiligen Plastikverbindung).
  • 19 Aktionsmarker, bestehend aus:
  • 4 Ausweichmarkern
  • 3 Fokusmarkern
  • 6 Roten Zielerfassungsmarkern (doppelseitig bedruckt)
  • 6 Blauen Zielerfassungsmarkern (doppelseitig bedruckt)
  • 13 Missionsmarker, bestehend aus:
  • 8 Rundenmarkern
  • 1 Raumfährenmarker
  • 4 Satellitenmarkern
  • 6 Hindernismarker (Asteroiden)
  • 2 Schildmarker
  • 3 Stressmarker
  • 3 Kritische Treffer-Marker
  • 27 ID-Marker (doppelseitig bedruckt)
  • 13 Schiffskarten
  • 33 Schadenskarten
  • 5 Aufwertungskarten
  • 3 rote Angriffswürfel
  • 3 grüne Verteidigungswürfel
  • 1 Maßstab

 

Der Tie-Fighter steht unter Beschuss

Das Spiel hat eine Altersempfehlung von 14 Jahren, aber ich denke, dass die vereinfachten Regeln auch durchaus für jüngere Spieler geeignet sind. Die Spieldauer variiert zwischen 30 und 45 Minuten, wobei diese gerade bei größeren Schlachten weitaus länger werden kann. Der Preis von ~32€ ist überaus erschwinglich und bietet den perfekten Einstieg in das Hobby.

Durch ein durchsichtiges Plastikfenster kann man direkt einen Blick auf die enthaltenen Modelle werfen, diese sind bereits bemalt und müssen nur noch auf die durchsichtigen Basisteile gesteckt werden. Der Detailgrad ist unglaublich und der gewählte Maßstab von 1:270 ist optimal um möglichst viele Details zu bieten, gleichzeitig aber auch die benötigte Spielfläche nicht unnötig zu vergrößern. Die Miniaturen sprechen wahrscheinlich nicht nur potenzielle Spieler an, sondern eignen sich mit Gewissheit auch für Sammler die sich die Modelle gerne ins Regal stellen möchten.Die Verarbeitung der Raumschiffe ist soweit auch hervorragend, jedoch sollte man dennoch Vorsicht walten lassen, denn gerade beim Transport können manche Teile durchaus Gefahr laufen abzubrechen, wie beispielsweise die Kanonen des X-Wing.

Neben den Miniaturraumschiffen liegen zu dem auch unzählige Karten und Marker bei, letztere müssen erst sorgfältig aus dem Bogen gelöst werden, wirken aber aufgrund der Dicke und der Verarbeitung stabil genug.  Die Piloten- und Ausrüstungskarten weisen liebevoll gezeichnete Artworks auf und bieten dem Fan viele bekannte und beliebte Charaktere aus dem Star Wars Universum, wie Luke Skywalker, Biggs Darklighter oder R2-D2. Gepaart mit den ikonischen Raumschiffen entzückt das jedes Fan-Herz und weckt sofort die Lust zu spielen. Doch bevor man loslegen kann, empfiehlt sich die Lektüre des Regelbuches, welches man auch kostenfrei von der Asmodee Homepage (Rechte Leiste, unter „Spielregeln“) beziehen kann. Man kann sich entscheiden ob man sich erst durch verständlich erklärten und vereinfachte Regeln mit dem Spiel vertraut machen möchte, oder direkt in die Vollen geht und das komplette Regelwerk verinnerlicht. Für den Anfang reicht auch schon ein Tisch oder der Fußboden, wahlweise mit einem schwarzen Tuch. Eine Fläche von 90 x 90 Cm ist für kleine Runden durchaus ausreichend.

Die Schnellstart-Regeln vermitteln einen sehr guten ersten Eindruck vom Spielprinzip ohne den Spieler mit Regeln zu überfordern. In einem einfachen Deathmatch wird man behutsam an die Phasen einer Runde herangeführt. Dazu zählen unter anderem die Verwendung des Manöverrads, die von den Karten angegebenen Werte sowie der Angriff. Dies hilft sehr gut dabei den Umgang mit den Manöverschablonen zu erlernen und so ein Gefühl für die möglichen Bewegungen der einzelnen Schiffe zu bekommen. Der Angriff und verursachter Schaden wird über Würfel ermittelt. Der Angreifer nutzt rote Angriffswürfel die seiner Attackenzahl entsprechen und der verteidigende Spieler darf aufgrund seines Wendigkeitswertes mit ebenso vielen Verteidigungswürfeln versuchen den Schaden abzuwehren. Das Ziel dieser einsteigerfreundlichen und schnellen Runde ist es die feindlichen Schiffe zu zerstören.

In den erweiterten Regeln dringt der Spieler tiefer in die Materie ein, weitere Werte gewinnen an Wichtigkeit, wie der Pilotenwert (Richtwert für die Aktionsreihenfolge), Schilde, die angeben wie viel Schaden das Schiff absorbieren kann, Streß wenn der Pilot waghalsige Manöver fliegt und dadurch nur eingeschränkte Aktionen ausführen kann oder auch kritischer Schaden, der weitere Effekte wie der Ausfall von Waffen oder den Antrieb verursachen kann. Erst mit dem vollständigen Regelwerk kann X-Wing sein volles taktisches Potenzial ausschöpfen und bringt dem Spieler durch Ausrüstungskarten und speziellen Pilotenfähigkeiten sehr viel spielerische Tiefe. Zu dem findet man im hinteren teil des Heftes Hintergrundinformationen zur Entstehung des Spiels. Auf der Rückseite findet man für einen flüssigen Spielablauf noch einige Regeln in der Kurzfassung, damit man nicht unnötig oft das Regelwerk aufschlagen und durchsuchen muss, was bei manchen Sessions durchaus den Spielfluß trüben kann.

Einsatz der Manöverschablone

Weiterhin sind auch drei Missionen erhalten, welche man mit dem Mitspieler abhandeln kann. So gilt es für die Rebellen einen vom Imperium ins Visier genommen Transporter sicher zu eskortieren, oder der X-Wing muss sich in einem Asteroidenfeld gegen Tie-Fighter behaupten, bis der Hyperraumantrieb wieder einsatzbereit ist. Dies bietet viel Abwechslung und hilft dabei sich mit dem Spiel vertrauter zu machen.

Die vorhin erwähnten Pilotenkarten besitzen einen Punktwert, der je nach Fähigkeiten des Piloten variiert. Luke Skywalker hat einen Punktwert von 28, welcher dem Wert von 21 des Anfängerpiloten gegenübersteht. Luke hat einen höheren Pilotenwert, wodurch er in der Aktionsreihenfolge weitaus höher liegt und eine Fähigkeit besitzt die im Kampf hilfreich ist. Als Sahnehäubchen kann er gegenüber dem Anfänger noch eine weitere Ausrüstungskarte anlegen und ist damit weitaus nützlicher als sein Kollege. Für ein ausgeglichenes Spiel einigen sich die Spieler auf eine feste Punktegrenze (Bei kleineren Runden in der Regel 100 Punkte), dies führt natürlich auch dazu, dass man mit seinen Kosten haushalten muss. Ein vollgepackter Flieger kann zwar nützlich sein, aber bringt bei Zerstörung dem Gegner wichtige Siegespunkte. Das sind Faktoren die bei der Zusammenstellung der Schwadron durchaus bedacht werden sollten. Da heißt es manchmal weniger ist mehr. Ein Tie-Fighter ist in der Grundausstattung mit 12 Punkten sehr erschwinglich, daher bietet es sich an auf Masse zu setzen und dem Gegner möglichst viele Modelle gegenüber zu stellen. Diese Taktik dürfte so manchem als „Zerg“ bekannt sein (Bezugnehmend auf die Fraktion der Zerg aus dem Spiel Starcraft).

Mit Erweiterungen kann man das Spiel und seine Flotte weiter ausbauen. Durch den Zukauf von Schiffen erhält man auch direkt deren jeweilige Regeln und benötigte Marker dazu. Größere Sets füttern den Spieler außerdem mit weiteren spielbaren Missionen. Neben bekannten Raumschiffen wie dem Millenium Falcon, der Slave 1 oder auch kleineren Einheiten wie Tie Interceptor, A-Wing usw. gibt es auch Modelle zu den neueren Star Wars Episoden und dem Expanded Universe. Auch eine weitere Fraktion in Form der Schmuggler und Kopfgeldjäger, welche als „Scum“ zusammengefasst werden, findet Einzug in das Tabletop. Wem das nicht genug ist, kann auch epische Schiffe wie die Tantive IV oder eine Imperiale Sturm-Korvette in seine Flotte aufnehmen und so die Schlachten auf eine neue Ebene anheben. Einige dieser Erweiterungen werden wir euch in nächster Zeit auch noch genauer vorstellen.

Mit dem Manöverrad wird der Spielzug deklariert

Auch das Basteln kommt nicht zu kurz, denn das Spiel lädt dazu ein seine Modelle durch Bemalen zu individualisieren, Wrackteile und Asteroiden für das Spielfeld zu erstellen oder gar ganze Spieltische zu erschaffen. Fan-Regeln erweitern das Spiel zusätzlich und bringen frischen Spaß ein (Es gibt sogar Spielregeln für einen Mario Kart Modus). Besonders findige Fans haben durch die Möglichkeiten die 3D-Drucker bieten sogar eigene Modelle entwickelt um Bodenkämpfe wie die Schlacht um Hoth nachstellen zu können. Von Fantasy Flight Games selbst gibt es auch kaufbares Zubehör wie Plastikdeckel für die Manöverräder, Bases in vielen bunten Farben und auch zusätzliche Würfel. Von Drittherstellern gibt es zudem auch Manöverschablonen, Spielmarker usw. aus Plastik zu kaufen. Transporttaschen und Koffer machen durch Schaumstoffeinlagen die Mitnahme der Modelle zu dem auch sicher und komfortabel.

Alles in allem bietet X-Wing eine schiere Masse an Vielfalt und Möglichkeiten. Mit wenig Geld kann man sich konkurrenzfähige Flotten zusammenstellen und epische Schlachten geniessen. Die Zugänglichkeit ist enorm und die Lernkurve fair. Gepaart mit den Detailverliebten Modellen ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, welches sowohl Fans von Star Wars als auch versierte Tabletop Spieler anspricht.

Von uns gibt es daher eine klare Kaufempfehlung.

 

 

Hilfreiche Links:
Offizielle Seite von Asmodee zu X-Wing
Mos Eisley Raumhafen – Fanseite mit Infos zu Turnieren, Neuigkeiten, Regelfragen uvm.
Fantasywelt.de – Webshop mit großem Angebot an X-Wing Miniaturen und Zubehör

Übrigens erscheint im Frühjahr mit Star Wars: Legion ein weiteres Tabletop von Fantasy Flight Games, welches wir euch natürlich vorstellen werden.

 

 

 

Schlagwörter

Über: Maggie DeLuchs

Maggie ist bereits seit vielen Jahren journalistisch im Nerd-Sektor unterwegs und schreibt Filmkritiken, News zu Filmen, Serien und Actionfiguren. Zu dem moderiert Maggie den Plauderteilchen Podcast. Zu den Lieblingsthemen gehören unter anderem Star Wars, 80er Jahre Cartoons, Game of Thrones, Doctor Who sowie Nintendo Spiele.

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