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Warum Gravity Rush 2 so fantastisch ist …

Über sein Lieblingspiel zu schreiben ist beides. Eine Freude, aber auch eine Last. Man kann seinen innersten Gefühlen und Gedanken endlich eine Form verleihen, doch nicht ohne das ungute Gefühl etwas vergessen zu haben. Normale Spiele lassen sich in die normale Form einer Review zusammenfassen. Doch nicht hier. Hier geht es um ein Spiel, welches trotz der vielen großartigen Spiele die dieses Jahr erschienen ist nicht nur das Game of the Year dieses Autors wurden, sondern auch noch eines seiner Lieblingsspiele aller Zeiten wurde. Die Rede ist von Gravity Rush 2.

 

Was das erste Gravity Rush so besonders machte, war dessen Kernmechanik. Ihr konntet nach eigenem Willen eure Gravitation ändern und auf jeden beliebigen Punkt verändern. Egal ob Wände, Dächer oder Züge. Ihr konntet die Welt nach eigenem Belieben drehen. Gravity Rush 2 bietet aber nicht einfach more of the same. Es erweitert diese Mechanik und erhält somit ein neues Spielgefühl. Mit dem Lunar- und dem Jupiter-Modus gibt es zwei neue Varianten, welche euch entweder leichter oder schwerer machen. Zusammen mit dem Gravity Mode besitzt Ihr drei Modi, welche sich komplett anders spielen und euch die malerische Spielwelt auf eure Art und Weise erkunden lassen.

Welcome back to Hecksville

Während der Vorgänger den Fokus eindeutig auf das Gameplay gesetzt hatte, besaß er dennoch eine gute Story, welche allerdings viele offene Fragen hinterließ. Gravity Rush 2 hingegen wechselt dies und besitzt ein 50:50-Verhältniss von Story zu Gameplay.

Das Spiel ist in vier Kapitel unterteilt, welche nochmals in Episoden besitzt. Das besondere daran? Dieser Moment. Dieser eine Moment in jeder Episode. Der, der einem zeigt was eine Story alles kann, welcher einem zeigt, dass man nicht wissen kann was das Spiel einem entgegenbringen wird, welcher einem zeigt, was man von einem Spiel will. Jede Episode besitzt so einen Moment, doch man weiß nie wann oder wie er erscheinen wird. Die Ungewissheit zeigt, dass man noch überrascht, beeindruckt und mitgenommen werden kann in Zeiten, wo man schon vor Release die Hälfte der Story kennt.

Doch bevor ihr die Geschichte von Gravity Rush 2 erfahren könnt, müsst ihr arbeiten. Und zwar hart arbeiten. Zu Beginn des Spieles verschlägt es die Protagonistin Kat und ihren Freund Syd zu einer Mienen-Kolonie Banga. Und das auch noch ohne Kat’s Kräfte. Während andere Spiele einen möglichst epischen Einstieg bieten oder euch sofort in die offene Spielewelt entlassen, grenzt euch Gravity Rush 2 auf gleich mehrere Arten ein. Ihr erlebt somit eine neue Geschichte aus einer neuen Perspektive und zeigt somit den Fokus, welcher nun auf der Narrative liegt.

Hecksville, die Stadt aus dem Vorgänger, ist leider nicht gleich um die Ecke, einen Anhaltspunkt wo sie sein könnte gibt es auch nicht und es scheint zu Beginn keinen Weg zurück zu geben. Nach kurzer Zeit entfaltet sich nicht nur die Spielwelt, sondern auch die Geschichte. Diese handelt von Kat, ihrer Herkunft, ihren Kräften und dem ein oder anderen Erschaffer der Welt. Das erste Kapitel dreht sich um die Banga Kolonie, welche euch aufnimmt und euch in die Welt hineinführt. Das zweite Kapitel findet in Jirga Para Lhao statt, eine komplett neue Stadt. Neben der Geschichte rund um Kat, Raven und der Banga Kolonie, wird hier auch noch Sozialkritik ausgeübt, welche euch in die Position des Helden steckt und für das Richtige eintreten muss. Die Rückkehr nach Hecksville ist zwar euer anfängliches Ziel, wird jedoch irgendwann zweitrangig, da die Geschichten in Jirga Para Lhao fesseln. Neben der Rückkehr nach Hecksville gibt es noch ein weiteres Kapitel, welches die Story von Kat zu einem Abschluss bringen wird. Die Art und Weise wie dies geschieht, passiert auf eine Art und Weise, den Geist des Spieles weiter trägt und repräsentiert.

Die Reise Kat’s durch die verschiedenen Orte fesselt zu jeder Zeit und regt einen zum Nachdenken an. Nicht nur über Kat, das gerade passierte, sondern auch über einen selbst. Heutzutage wird es mit den Spielen, die lieber eine sichere Spur fahren, anstatt etwas neues auszuprobieren, immer schwerer ein Spiel zu finden, welches einen emotional bindet und mitnimmt. Das schafft Gravity Rush 2, sofern man dem Spiel eine Chance gibt.

Das Highlight des Spieles ist Kat. Ein gutherziger und netter Charakter, der einen immer wieder lächeln und wünschen lässt, dass mehr Menschen so wären wie sie. Die Geschichte wird neben Cutscenes in der fiktionalen Sprache des Spieles, auch noch in hübschen Comicpanelen erzählt. Neben der Story gibt es auch noch die Sidequests. In anderen Spielen fallen sie mal mehr, mal weniger gut aus. In Gravity Rush 2 gehören sie eindeutig zur besseren Sorte. Jedoch sind das hier keine normalen Sidequests, es sind SideSTORIES. Diese bieten nicht nur eigenständige Geschichten, die sich in das Spiel und dessen Geschichte perfekt einfügen, sie zeigen auch die Detailverliebtheit der Entwickler. Neben den Geschichten, erschufen sie für mehrere dieser Sidequest eigene Mechaniken. Diese Mechaniken sind danach kein Teil des Spieles, was die Mission als Tutorial degradiert. Diese Mechanik wurde einzig und allein für diese eine Mission gemacht und zeigt wie wichtig die Liebe zum Detail seien kann.

So müsst ihr für einen Hund sein Lieblingsspielzeug finden. Dazu benutzt ihr den Geruchssinn des Hundes um Spuren des Spielzeuges zu finden. Oder ihr müsst eine stinkende Lieferung ausführen. Diese kann jedoch nicht in der Nähe von Zivilisten abgelegt werden und Kat wird übel wenn ihr sie zu Lange haltet. Oder Ihr müsst als Detektiv tätig werden. Keine Kämpfe, kein Fliegen, Spuren suchen und Verdächtige befragen ist hier angesagt. Hinzu kommen Missionen in denen ihr die Stuntarbeiten für einen Film erledigt oder einen Schriftsteller suchen müsst, der sich gerne in seine Rollen versetzt. Die Sidequests zeigen nicht nur einen anderen Blickwinkel auf Gravity Rush 2, sondern auch, dass die Entwickler sich wirklich Gedanken gemacht haben.

Fall deeper, fall higher

Kat’s Kräfte animieren einen dazu Hecksville und die anderen Orte zu erkunden. Dank des Perspektivenwechsels ist dies auf mehreren Arten möglich. So wird die Wand eines Gebäudes zu eurer neuen Rennstrecke oder die Unterseite der Stadt zu eurer Spielwiese. Dank dieser Kräfte ist die Welt von Gravity Rush 2 eine der offensten Spielewelten die es gibt, da wirklich alles erkundet werden kann und begehbar ist. Der Detailreichtum hier erstaunt zu jedem Zeitpunkt. Kein Ort ist nur Fassade. Ihr könnt zu jedem Ort gelangen den Ihr seht. Durch verschiedene Gesten könnt ihr soziale Aktionen ausführen, auf die Charaktere um euch herum reagieren. Das tun sie jedoch nicht alle gleich, sondern je nach ihrem eigenen Charakter. Das zeigt gibt Gravity Rush 2 neben der offensten, auch noch eine der lebendigsten Welten in einem Spiel.

Die beiden Großstädte laden förmlich zum Erkunden ein. Neben den einzelnen und gut designten Stadtteilen gibt es auch noch die Rifts und Minen. Das sind andere Dimensionen die sich stark von beiden Städten unterscheiden. Nicht nur im Design unterscheiden sie sich, sondern auch vom Gameplay. Die Rifts dienen auch als Tutorial-Level für neue Fähigkeiten.

Nicht nur ihr spielt mit Gravity Rush 2, sondern das Spiel spielt auch noch immer mit sich selbst herum. Nicht in dem Sinne, sondern mit dem Genre. Auch wenn es ein Rollenspiel ist, ändert es für bestimmte Momente oder Sidequests gerne das Genre. So ist es mal ein Beat ‚em Up, ein Racer, ein Plattformer und wenn man etwas Fantasie benutzt kann es durch die optionale Ego-Perspektive und der Stasis-Fähigkeit zu einem Ego-Shooter werden. Und wo wir gerade das Thema Stasis angesprochen/angeschrieben haben. Diese Fähigkeit erlaubt es euch um euch herum alles schweben zu lassen. Die schwebenden Gegenstände (und ab und zu die ein oder andere Person) könnt ihr dann nach Belieben verschießen, Und nicht nur das. Ihr könnt auch Wasser schweben lassen. Das ist ein Aspekt des Gameplay’s der besondere Erwähnung verdient hat und zeigt, wie detailverliebt Gravity Rush 2 ist, und das nicht nur im Gameplay, sondern auch im Design. Alles was Ihr seht ist somit Teil eurer Welt, welche ihr verändern könnt.

Eine spaßige Neuerung ist auch der Fotomodus. Dieser kann in Verbindung mit dem Geseten-Feature zu entweder sehr merkwürdigen oder zu sehr witzigen Situationen führen. Spätestens wenn ihr bei einer Schleichmission ein Foto eures Ziels macht und extra für das Foto eine Toilette erscheinen lasst oder um böse Geister zu vertreiben, Fotos von Frauen machen müsst.

Neben dem innovativen Gameplay ist auch noch der Multiplayermodus etwas eigen, denn er ist nicht vorhanden. Aber eigentlich schon. Der Mehrspielermodus verfolgt einen asynchronen Ansatz. Ihr spielt mit anderen Spielern, auch wenn sie nicht da sind. So erscheint ein Foto, dass euch eine Schatzkiste zeigt, dass von einem anderen Spieler geschossen wurde. Habt ihr die Schatzkiste gefunden, seid ihr dran ein Foto für die anderen Spieler zu machen. Wie auch im ersten Teil gibt es wieder diverse Challenges, in den ihr eure Kräfte beweisen müsst. Diese Challenges verfügen über Ranglisten in denen alle Spieler aufgelistet sind. Beide sind wie das Gameplay des Spieles. Anfangs etwas ungewohnt, doch nach kurzer Zeit funktionieren sie gut.

Leider gab Sony bekannt, dass die Server für diese Funktionen im Januar zum einjährigen Jubiläum abgeschaltet werden, was den Multiplayer nicht mehr verfügbar macht und einen Teil des Spieles entfernt, welcher zur gesamten Spieleerfahrung beigetragen hat.

Ein wandelndes Gemälde

Der Vorgänger kam mit einem hübschen Cel Shading-Look daher. Gravity Rush 2 setzt zwar auch auf Cel Shading, doch mit einem etwas anderen Art Style. Der Look des Spieles erhielt eine komplett neue Farbpalette und Grafik-Engine. Hecksville und Jigra Para Lhao erstrahlen somit in einem französischen Wasserfarben-Look. Wo auch immer man sich befindet, das Spiel wirkt wie ein Gemälde. Ein Konzept, das bereits bei Dishonored 2 funktioniert hat. Mit dem Fotomodus will man immer wieder anhalten um die Szenerie festzuhalten.

Der Soundtrack macht das was er tun soll: Die richtige Stimmung vermitteln. Jeder Stadtteil und jeder Ort hat seinen eigenen Soundtrack der zur Atmosphäre des Spieles beiträgt. Auch in den Storysequenzen erledigt der Soundtrack seine Aufgabe mit Bravour. In Kombination mit dem Art Style verhilft er Gravity Rush 2 ein noch besseres Spieleerlebnis zu bieten.

An die anfänglich hektische Kamera gewöhnt man sich sehr schnell und lernt sie in Kämpfen zu benutzen Selbst in schnellen Sequenzen weiß man wie man sich bewegen muss um der Kamera entgegenzuwirken.

Wie soll ich Gravity Rush 2 am besten beschreiben? Das ist leicht. Für mich ist Gravity Rush 2 nichts geringeres als ein Meisterwerk. Trotz großartiger Spiele wie Horizon, Zelda und Pesona, welche dieses Jahr erschienen sind, steht Gravity Rush 2 darüber. Es schaffte selbst an Spiele ranzukommen, welche für mich als die eiserne Spitze des Gaming und besten des Mediums abgespeichert sind. Somit kann ich nicht anders als es aufgrund der bisher genannten Gründe ein Meisterwerk zu nennen.

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1 Kommentar auf "Warum Gravity Rush 2 so fantastisch ist …"

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